Coach Akademie Schweiz

Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen

Qualitätskriterien um eine Coachingausbildung zu finden
Coach Akademie Schweiz - Qualitätskriterien
Coach Akademie Schweiz - Qualitätskriterien
 

Betrachten wir die heutige Coaching Ausbildungslandschaft, sehen wir eine Vielzahl von Angeboten und Anbietern. Die hier folgenden Konzepte können einem möglichen Interessenten Hinweise liefern, wie sie/er jene Ausbildung findet, die ihr/ihm jene Fortschritte, Kompetenzen oder Entwicklungen ermöglichen, die sie/er anstrebt.

Ich unterscheide bei diesen Überlegungen grundsätzlich:

1. die Auswahl des Institutes und
2. die Wahl der „qualifizierten“ Methodik.

Dies kann, muss sich aber nicht überschneiden, wie wir im weiteren erkennen werden. Eine gute Ausgangsbasis scheint mir das Bewusstsein des Interessenten zu sein, was genau er/sie will.

Mögliche Fragen dazu wären:

+ Strebe ich eine persönliche oder berufliche Entwicklung an, oder beides?
+ Was genau will ich nach dem Lehrgang können (methodisch)?
+ In welchem (Fach-) Bereich will ich die Methodenkompetenz erlernen (Profit-,
Non-Profitbereich)?
+ Wie weit bin ich bereit, mich persönlich einzubringen (Selbsterfahrung)?
+ Was ist mein Status-quo im psychosozialen Methoden-Bereich, erfülle ich die
Aufnahmekriterien?
+ Wie viel will und kann ich investieren (Geld, Zeit, Energie)?
Welches Preis/Leistungsverhältnis ist für mich stimmig?
+ Welcher konkrete Nutzen soll mir als Absolvent entstehen?
+ Welche Methoden will ich auf jeden Fall erlernen, welche nicht?
+ Was sind meine persönlichen Qualitätsmerkmale bezogen auf das durchführende Institut, das Lehrkonzept, die TrainerInnen? (also, woran genau erkenne ich, dass die Ausbildung in meinem Sinne qualitativ hochwertig ist?)
+ Welche weiterführenden oder vertiefenden Möglichkeiten sind für mich wichtig?
+ Wie wichtig ist für mich der Begriff der NACHHALTIGKEIT im Coaching?
+ Welche Zertifizierung strebe ich an?
+ Wie hoch ist die Abschlussquote pro Lehrgang, welche Möglichkeiten gibt es,
den Abschluss zu wiederholen (Kosten)?
+ Wie hoch/gut ist die persönliche Betreuung vor, während (Supervision) und
nach der Ausbildung?
+ Wie sind die Bewertungen von Absolventen, können diese transparent eingesehen werden?
+ Welche Möglichkeiten werden geboten, vor Ausbildungsbeginn einen qualifizierten Blick darauf werfen zu können?
+ Mit wie vielen TeilnehmerInnen mag ich eine solche Ausbildung absolvieren (mindestens und maximal)?
+ Welche ethischen Grundsätze erwarte ich mir, wie weit werden diese von den TrainerInnen gelebt?
+ Wie viel Erfahrung, und in welchem Kontext erwarte ich mir diese von den TrainerInnen (Anzahl Jahre, Anzahl Coachings, Anzahl Projekte, durchgeführte Lehrgänge)?
+ Wie stark beeinflussen die Teilnehmer den Verlauf und die Inhalte der Ausbildung?
+ Wie hoch soll der Selbsterfahrungsanteil sein?

Hier können der Internetauftritt und eventuelle Broschüren eine erste Entscheidungsgrundlage liefern.
Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein persönlicher Kontakt zu den Trainern, eine Möglichkeit also, zu schauen, ob die „Chemie“ stimmt, zu prüfen, ob er/sie als Mensch und Persönlichkeit das bietet kann und will, das den Teilnehmer weiterbringt.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Qualität der Beziehung, die zwischen Trainer und Teilnehmer entsteht, einen grossen Teil des Lernerfolges bestimmt (erst an zweiter Stelle die Didaktik und Methodik)!

Kriterien können sein:

+ Fördernd und fordernd
+ Empathisch, ressourcenorientiert
+ Selbstkritisch, kritikfähig, humorvoll, als Mensch sympathisch und lebenserfahren

Daher empfehle ich sehr, alle Fragen persönlich zu stellen, und im Zweifel – sofern die Möglichkeit besteht – in eine laufende Ausbildung hinein zu schauen. Die Antworten auf die Fragen geben auch einen Hinweis darauf, was genau methodisch in einer solchen Ausbildung geboten werden soll. Dies halte ich für die zweite entscheidende Antwort, weil viele Ausbildungen von ihrer Methoden- Beschreibung her mehr oder weniger gleich klingen. Wie also entscheiden? Beim Studium der methodischen Lehrinhalte sehe ich zwei, sich zum Teil widersprechende Trends. Da sind zum einen Coachingschulen, ich nenne sie:

Verhaltens- und Situations-Coaching (-Ausbildungen)
(ca. 90% aller Angebote)

Diese Form bietet dem Kunden im Wesentlichen:

+ Reflexion und Analyse von Erfahrungen (Spiegelfunktion)
+ Umdeutung von Erfahrungen (Reframings)
+ Einen vertrauensvollen und geschützten Gesprächsrahmen (Visionen, Ziele, Träume, Konflikte)
+ Verhaltensänderungs-Techniken (NLP)
+ Veränderung von Sichtweisen und somit Deutungsweisen
+ Kurzzeit- und Ultrakurzzeit-Techniken

Diese Methodik arbeitet im Wesentlichen mit:

+ Linearen (nicht-systemischen) NLP-Techniken
+ Fragetechniken (z.B. zirkuläres Fragen, „als-ob-Rahmen“ etc.)
+ Perspektivenwechsel
+ Nichtbiografischen Daten und Strukturen
+ Kommunikationstechniken (Ressourcenfragen)
+ Zielarbeit (NLP)
+ Affirmationen („Du kannst/schaffst/machst es!“)

Die Vorteile dieser Form von Coaching – und damit Coachingausbildung - liegen in der schnellen Wirkung, der einfachen Form und Struktur der TECHNIKEN – somit leicht erlernbar – und beim Gefühl des Kunden – und somit auch beim Coach – dass sich „etwas“ verändert hat.

Die Nachteile sind:

+ Geringe Nachhaltigkeit
+ Geringe systemische Wirkung (somit für das Ganze oft nicht stimmig)
+ Geringes Entwicklungspotential

Dem gegenüber sehe ich eine methodische Form, ich nenne sie:

Werteorientiertes Coaching (-Ausbildungen)
(ca. 10% aller Angebote)

Dieses ist gekennzeichnet von der Grundidee, dass die Klientin sich im Laufe des Coachingprozesses als Mensch ENTWICKELN kann. Eine persönliche Entwicklung am Punkt des Coachingthemas, die zur Folge hat, dass sich ein Lebens- oder Berufswert vermehrt oder entfaltet, aus der Tiefe (und Biografie) des Menschseins heraus. Hierbei wird nicht auf der Verhaltensebene (bzw. auf der mentalen Ebene) gearbeitet, sondern die Teilidentität, die das Coaching-Thema trägt, bekommt Raum zur Ent-wicklung und Entfaltung.

Hierbei treten häufig drei Grundebenen auf:

+ die Ebene: „um-was-es-wirklich-geht“ (Bewusstwerdungsprozess)
+ die Ebene: „sehen-was-ist“ (Annahmeprozess dessen, was ungelöst, verletzt oder abgetrennt ist)
+ die Ebene: systemisch integrieren, anbinden und Wachstumsraum geben (woraus aus sich heraus eine Wertvermehrung entsteht)

Grundvorraussetzung für diese Form von Arbeit ist die Fähigkeit des Coaches, eine tragfähige, vertrauensvolle Beziehung zum Kunden herzustellen und zu halten (und mit sich selbst eine zu haben!!).

Die Vorteile dieser Form von Coaching sind (oft) nachhaltige Wirkung, für das „Ganze“ (System) stimmige Veränderung, positive Wachstumsimpulse, freilegen von (vorher gebundener) konstruktiver und kreativer Energie.

Die Nachteile:

+ braucht mehr Zeit, Engagement (sowohl beim Kunden, als auch beim Coach)
+ benötigt eine systemische, auf die Identitäts- und Werteebene zielende Methodik (in 20 Tagen wohl kaum zu lernen)
+ erfordert vom Coach Erfahrung, Talent, systemische Methodik, hohe Reflexionsfähigkeit, Mut, Klarheit u.a.m.
+ widerspricht dem Mainstream (möglichst schnell, billig und schmerzfrei)

Selbstredend sind auch Coach Ausbildungen zu finden, die eine Mischform darstellen. In diesem Zusammenhang bitte ich auch meine Überlegungen zum Thema „Nachhaltigkeit im Coaching“ zu beachten (ECA-Newsletter Nr. 25).



nach oben

Seite drucken